Antigone

Sophokles
Deutsch von Udo Segerer

Ein Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem Ignaz-Günther-Gymnasium, Rosenheim und dem dortigen P-Seminar im Fach Griechisch.

Es spielen Franziska Ball, Joachim Aßfalg, Joachim Birzele, Robert Ludewig und Ruben Hagspiel
Inszenierung Michael Stacheder
Bühne und Kostüme Aylin Kaip Mitarbeit Bühne Erwin Kloker
Licht Stefan Bettinger Fachbetreuung Bundeswehr / PTBS Robert Sedlatzek-Müller
Dramaturgie Maya Eckhard, Andjelika Eissing-Patenova, Giulia Engler, Sophia Eschlbeck, Antonia Heil, Maria HofbauerPérez, Anna Jeutter, Stephanie Matthias, Regina Meul, Korbinian Neumeier, Maria Obermayer, Carina Pilz, DanielaRegauer, Lea Robens und Vincent Schildknecht
Regie- und Produktionsassistenz Simone Birkner Theaterpädagogik Farina Simbeck

Premiere am 10. Oktober 2012, Kleines Theater Haar, Casinostr. 75, 85540 Haar
Tournee-Premiere am 14. Oktober 2012 in Unterhaching

Dauer der Aufführung 1,5 Std
Aufführungsrechte Junges Schauspiel Ensemble München

Wer hat Recht, und wer hat Unrecht? Kreon, der erklärt, es sei nicht Recht, die Leiche eines Verräters, der einen Anschlag auf seine eigenen Leute verübt hat, zu begraben? Oder Antigone, die genau dies für Recht hält und den Gefallenen, ihren Bruder, gegen das Verbot begräbt? Das Drama des Sophokles endet in der Katastrophe.

Michael Stacheder verlegt in seiner Inszenierung die Handlung aus dem vom Krieg gezeichneten antiken Theben radikal in die Gegenwart: Wir sehen einen traumatisierten ehemaligen Offizier der Deutschen Bundeswehr, der sich durch die Antigone des Sophokles an ähnliche Vorkommnisse während seines Auslandseinsatzes erinnert wird. In seinem Kopf und auf der Bühne mischen sich erlebte Realität und Fiktion des Dramas: Ein Soldat hat in einem Amoklauf einen Anschlag auf seine eigenen Kameraden verübt. In dieser Extremsituation verkündet der neue Kommandeuer des Lagers, man solle alle Gefallenen die letzte Ehre erweisen, dem Attentäter aber nicht. Einer der Kameraden verweigert den Befehl.

Die Frage, die das antike Drama aufwirft, stellt sich erneut – in Bezug auf den konkreten Fall und in Bezug auf die Politik im Großen: Wie weit geht der Mensch, wenn er meint, im Recht zu sein? Und was passiert, wenn er an einen gerät, der das Gegenteil für Recht hält?

Das JUNGE SCHAUSPIEL ENSEMBLE MÜNCHEN bringt die Antigone des Sophokles in der neuen Übersetzung von Udo Segerer auf die Bühne. Die Dramaturgie wurde vom P-Seminar Griechisch am Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim übernommen, unter der Schirmherrschaft von Frau Dr. Dr. h.c. Hildegard Hamm-Brücher.

Grußwort der Schirmherrin

Frau Dr. Dr. h.c. Hildegard Hamm-Brücher
© Paul Swiridoff

Der schicksalhafte Konflikt der ANTIGONE hat mich schon als Schülerin bewegt.
Später – das war im zweiten Weltkrieg – habe ich ihn dann hautnah erlebt und am Schicksal der Studenten der “Weißen Rose” miterlitten. Es ist der Konflikt zwischen Staatsgehorsam und persönlichem Gewissen.

Selbst in einer Demokratie, die Meinungs- und Gewissensfreiheit in ihrer Verfassung garantiert, entstehen solche Konflikte im Großen und im Kleinen – z. B. bei der kürzlich abgeschafften Wehrpflicht, beim “Fraktionszwang” für Abgeordnete oder im Umgang mit Menschen anderer Kulturen und Religionen, z. B. die Kopftuchpflicht:
Es gibt keine Garantie für ein konfliktfreies Zusammenleben!
Deshalb freue ich mich, wenn sich Schülerinnen und Schüler diesem Konflikt stellen, und besonders, wenn sie sich wie Ihr mit Eurem Antigone – Projekt dem Konflikt stellen.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr niemals vor den Extrem – Konflikt gestellt werdet und dass Ihr in einem möglichen Gesinnungsfall des Alltags eine freie Entscheidung wagt.

In diesem Sinne freue ich mich über Euer Engagement und auf eine Begegnung anlässlich der Aufführung.

Dr. Dr. h.c. Hildegard Hamm – Brücher

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